Viele Fahrer klammern sich instinktiv fest an Gasgriff und Lenker, weil sie glauben, so besser kontrollieren zu können. Tatsächlich beeinträchtigt diese Anspannung das Fahrverhalten. Ein Experte bemerkt: „Das Fahrverhalten leidet, wenn man den Lenker zu fest umklammert.“ Angst und Nervosität können dies verschlimmern – unser Körper klammert sich bei Nervosität ganz natürlich fest an den Griff. Die Folge sind Nacken- und Schulterermüdung, ungenaue Lenkbewegungen und sogar Traktionsverlust in Kurven.
Fahrschulen empfehlen mittlerweile einen anderen Ansatz: Halten Sie den Gashebel leicht und mit einem niedrigeren Handgelenkswinkel – als würden Sie eine Eistüte halten. Diese einfache Änderung kann sowohl die Sicherheit als auch die Leistung verbessern.
Warum ein fester Griff Ihre Kontrolle beeinträchtigt
Wenn die Spannung zunimmt, „spannen die Fahrer die Griffe fester an, während sich ihr Körper anspannt“. Dieser Griff mit fuchtelnden Ellbogen und geballten Fäusten stört die reibungslose Koordination zwischen Fahrer und Maschine. Starre Arme und Handgelenke können nicht präzise lenken und spüren kein subtiles Feedback vom Fahrrad.
In einer Kurve zum Beispiel zwingt dich ein fester Griff oft dazu, den Gasgriff zu ziehen, anstatt ihn sanft zu drehen – weil dein Handgelenk bereits am Limit ist. Schlimmer noch: Durch festes Drücken des Lenkers werden die wertvollen Sinneseindrücke (Vibrationen, Stöße, Rutschen) am Lenker gedämpft, die dir die Bewegung des Motorrads verraten. Kurz gesagt: Ein eisernes Griffgefühl verschwendet Energie und trübt deine Sinne.
„Wenn Sie den Lenker zu fest umklammern, leidet Ihr Fahrgefühl“, warnt ein Trainer. Fahrer bemerken dies oft erst, wenn ihre Handgelenke schmerzen oder sie Schwierigkeiten haben, Kurven zu fahren. Ein entspannter Griff ist nicht nur bequemer, sondern auch sicherer. Durch das Lösen des Griffs verringern Sie die Ermüdung und verhindern, dass Sie gegen Ihre eigenen Eingaben ankämpfen.
Höhlenmenschengriff vs. Eistütengriff

den Gashebel eines Motorrads festhalten
Die traditionelle Methode – auch „Höhlenmensch“- oder „Faustgriff“ genannt – besteht darin, alle vier Finger (und sogar den Daumen) vollständig um den Gasgriff des Motorrads zu legen. Von oben wird das Handgelenk gebeugt und der Arm angespannt, als würde man eine Langhantel heben.
Viele Fahrer halten sich aus Gewohnheit oder aus Angst vor dem Abrutschen fest. Dieser Griff schränkt jedoch die Rotation des Handgelenks ein, wenn man das Motorrad neigt. Wenn man sich weit nach vorne lehnt, kann sich ein vollständig geballtes Handgelenk einfach nicht weiter drehen. Man zieht am Gasgriff, anstatt ihn gleichmäßig zu drehen, was das Motorrad aus der Fassung bringt.
Im Gegensatz dazu ist der „Eistüten“-Griff deutlich leichter und tiefer. Stellen Sie sich vor, Sie halten eine Eistüte vor sich – Sie halten sie zwar immer noch fest, aber sanft, aber Ihr Handgelenk ist nach unten geneigt, und Sie verwenden zum Drehen hauptsächlich Ihre Finger und Ihren Unterarm.
Trainer Dylan Code von der California Superbike School scherzt sogar, man solle bei der nächsten Fahrt „an Eis denken“. Bei diesem Griff berühren die Handflächen leicht den Lenker, die Ellbogen zeigen nach außen. Nur ein paar Finger (statt der ganzen Faust) umfassen den Gasgriff, wodurch die Hand auch bei maximaler Schräglage mehr Spielraum zum Öffnen und Schließen hat.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Sie können den Gashebel auch beim Neigen des Bikes über den gesamten Bewegungsbereich drehen oder schließen, ohne Ihr Handgelenk zu rammen. Sie drücken den Gashebel nicht gegen Ihre Handfläche – stattdessen liegt der Lenker am Daumenansatz an, und Ihr Unterarm übernimmt die Hauptarbeit. Das erleichtert das „Zu- und Wegschieben des Lenkers, ohne ihn gleichzeitig unbeabsichtigt nach unten zu drücken“.
In der Praxis bedeutet dies, dass Ihre Lenkeingaben präziser sind (Sie drücken und ziehen in der Lenkebene), anstatt versehentlich nach unten zu drücken und das Fahrgestell aus dem Gleichgewicht zu bringen.
Insgesamt richtet der Eiscremegriff Ihre Hände auf Ihre Arme und Schultern aus. Ihre Handgelenke bleiben relativ gerade oder nur leicht gebeugt, sodass Arm- und Rumpfmuskulatur anstelle der blockierten Handgelenke die Kontrolle unterstützen.
Besonders große Fahrer bemerken den Unterschied: Wenn die Arme gerade nach unten zeigen (Höhlenmensch-Stil), drücken sie den Lenker ineffizient nach unten. Wenn die Ellbogen fallen (Eiscreme-Stil), richten sich die Arme weiter nach vorne. Dadurch ist die Zug-/Druckkraft auf die Lenkachse ausgerichtet, und das Fahrrad reagiert schneller und präziser. Mit anderen Worten: Das Fahrrad kippt mit maximaler Effizienz in die Kurven, anstatt gegen einen Druck nach unten anzukämpfen.
So halten Sie den Gashebel Ihres Motorrads für eine bessere Kontrolle

Halten Sie den Gashebel gedrückt, um eine bessere Kontrolle zu erhalten
Ausbilder fassen den neuen Griff in wenigen Kernpunkten zusammen. Üben Sie diese Tipps, um Ihren Gasgriff und Ihr Handling zu verbessern:
1. Leichter Griff nur mit den Fingern
Vermeiden Sie es, den Gashebel Ihres Motorrads mit der Faust zu drücken. Halten Sie ihn leicht, aber sicher, hauptsächlich mit den Fingern. Lassen Sie Ihre Handflächen teilweise los, damit sie den Lenker nicht zu fest umklammern. Mit einem leichten Griff können Sie den Gashebel mit minimalem Kraftaufwand leicht öffnen oder schließen.
2. Ellbogen nach unten und außen
Halte deine Ellbogen gesenkt und nach außen gerichtet (wie ein Eisverkäufer beim Eisportionieren). So können deine Arme und Schultern die Lenkerdrehung unterstützen. Fahrer mit hoch erhobenen Ellbogen (und tiefliegenden Handgelenken) drücken oft auf die Griffe, wodurch das Fahrrad nicht gedreht wird. Indem du deine Ellbogen fallen lässt, übst du Kraft in der richtigen Richtung aus – vorwärts/rückwärts – und lenkst so direkter.
3. Drücken/ziehen, nicht nach unten
Stell dir vor, du lenkst, indem du den Lenker von dir wegdrückst oder zu dir ziehst, nicht indem du ihn nach unten drückst. Mit deinem Eiscreme-Griff wendest du deine ganze Kraft darauf, das Fahrrad umzukippen, anstatt den Lenker wie einen Einkaufswagen zu drücken. Das entspricht der tatsächlichen Lenkung.
4. Feedback einholen
Legen Sie den Lenker locker auf Ihre Handflächen. Das verbessert das Fahrgefühl: Fahrwerksvibrationen und leichtes Rutschen werden über Ihre Hände übertragen und geben Ihnen ein präzises Feedback. Sie bemerken Reifenrutschen oder Unebenheiten früher, was Ihr Situationsbewusstsein und Ihre Kontrolle verbessert.
5. Vor dem Gasgeben abmagern
Besonders in Kurven: Lege zuerst deinen Neigungswinkel fest und gib dann langsam Gas. Gib niemals Vollgas, während du noch Schräglage aufbaust – beides gleichzeitig überlastet den Reifen. Leg dich stattdessen in die Kurve, stabilisiere und gib dann Gas. Experten raten dazu, in der Kurvenmitte nicht gleichzeitig Gas zu geben und dich zu neigen. Unterbrich das Gas, wenn du mehr Schräglage brauchst; nimm das Gas erst wieder auf, wenn das Motorrad den gewünschten Winkel erreicht hat.
Wenn Sie diese Schritte befolgen, wird der Gashebel zu einer Verlängerung Ihres Arms und nicht zu einem geballten Hebel in Ihrer Handfläche. Sie werden feststellen, dass die Gasbetätigung sanfter und intuitiver wird. Ein Fahrratgeber weist sogar darauf hin, dass der richtige Griff „leicht, aber fest hält, … das Öffnen und Schließen des Gashebels erleichtert“. Mit anderen Worten: Die kleinen Muskeln in Ihrem Unterarm übernehmen die Drehbewegung, anstatt Ihre Finger zu belasten, was zu einer sanfteren Geschwindigkeitskontrolle führt.
Die Grifftechnik ist am wichtigsten bei Kurvenfahrten mit hoher Geschwindigkeit. Die Physik schreibt vor, dass ein Reifen nur begrenzte Zugkraft (oft als „Reibungskreis“ dargestellt), daher müssen Sie vorsichtig sein, wie Sie Kräfte anwenden. Wenn Sie Ihr Motorrad neigen, verbrauchen Sie den größten Teil der verfügbaren Haftung für Kurvenfahrten. Wenn Sie gleichzeitig Gas geben, muss der Reifen zwei große Kräfte gleichzeitig verarbeiten (Kurvenfahrt + Beschleunigung). Das kann ihn über seine Grenzen bringen und zu einem Schleudern oder Highsider führen.

erst mageren, dann Gas geben
Experten sind sich einig: „Erst neigen, dann Gas geben.“ Ein Trainer warnt: „Bei größeren Schräglagen ist es am besten, nicht zu viel Gas zu geben, während man die Schräglage vergrößert.“ In der Praxis bedeutet das: Das Motorrad in die Kurve neigen, bei Bedarf gleichmäßig Gas geben und dann am Kurvenausgang sanft Gas wegnehmen. Wenn man zu früh Gas gibt (mit hochgezogenem Handgelenk), wird die Kontaktfläche gleichzeitig in zwei Richtungen gezogen.
In einer Anleitung wird erklärt, dass zu frühes Gasgeben die Kontaktfläche des Reifens auseinanderzieht und die Traktionsgrenze „früher und ohne Vorwarnung“ erreicht. Wenn Sie sich dagegen zuerst in die Schräglage begeben und dann Gas geben, werden alle Kräfte nacheinander eingesetzt, wodurch die Traktion maximiert wird.
Der Eiscremegriff unterstützt diese Technik. Da Ihr Griff locker bleibt, ist es weniger wahrscheinlich, dass Sie versehentlich das Gaspedal betätigen, während Sie sich noch in der Schräglage befinden. Ihr Unterarm kann auch bei Körperbewegungen weiterhin Gas geben.
Gleichzeitig sorgt Ihr sanfter Griff dafür, dass Fahrwerk und Reifen mit Ihnen kommunizieren – Sie spüren jedes Einknicken der Vorderachse oder Wegrutschen der Hinterachse durch Ihre Hände, bevor es zu einem Sturz kommt. Kurz gesagt: Der richtige Griff und die richtige Neigungssequenz sorgen dafür, dass das Fahrrad im Griffbereich bleibt.
Praxis und Aufführung
Das Wechseln der Griffe kann sich anfangs ungewohnt anfühlen. Ihr Gehirn und Ihr Körper müssen sich erst wieder an das Gefühl eines lockereren Griffs gewöhnen. Eine hilfreiche Übung ist, sie zu Hause zu üben: Halten Sie eine imaginäre „Eistüte“ und schwenken Sie Ihr Handgelenk sanft hin und her sowie auf und ab. Achten Sie darauf, wie sich Handgelenk und Unterarm als Einheit bewegen. Beginnen Sie auf dem Fahrrad mit leichten, langsamen Kurvenfahrten.
Kontrollieren Sie bewusst Ihr Handgelenk: Ist es zu stark verspannt? Entspannen Sie sich dann und geben Sie leicht Gas. Versuchen Sie, mit nur zwei Fingern am Gasgriff zu starten, während die anderen beiden Finger zur Unterstützung in der Nähe oder auf dem Bremshebel bleiben. Nach ein paar Kilometern wird Ihr Unterarm die Arbeit ganz von selbst übernehmen.
An Trackdays Auf kurvigen Straßen wird der Unterschied deutlich. Fahrer, die den leichten, eiscremeartigen Griff wählen, berichten von schnellerer Reaktion und geringerer Ermüdung. Ein Artikel witzelte: „Wenn Sie möchten, dass sich Ihr Superbike wie ein Einkaufswagen fährt, behalten Sie ruhig den Höhlenmenschengriff. Ansonsten lockern Sie ihn.“
In der Praxis ist das Senken der Ellbogen und das Lockern des Griffs wie eine Verbesserung Ihres Lenksystems. Alles passt zusammen: schnelleres Wenden, präziseres Feedback und sanftere Gasübergänge.
Die zentralen Thesen: Lösen Sie den Todesgriff. Nehmen Sie den Eiscremegriff mit nach unten gerichteten Handgelenken und nach außen gerichteten Ellbogen ein. Lehnen Sie Ihr Motorrad zunächst in die Kurve und geben Sie dann Vollgas. Mit etwas Übung wird sich Ihre Fahrt natürlicher, reaktionsschneller und sicherer anfühlen.
Wenn Sie das nächste Mal auf der Straße oder Rennstrecke unterwegs sind, denken Sie daran: Halten Sie den Gashebel wie eine Eistüte – Ihr Fahrrad (und Ihr Körper) werden es Ihnen danken.
Fazit
Ein entspannter Griff reduziert den Armpump und ermöglicht längeres Fahren mit guter Technik. Außerdem minimiert er die Gefahr eines überraschenden Rutschens – wenn du locker und aufmerksam bist, erkennst du einen Traktionsverlust, bevor er außer Kontrolle gerät.
Mit zunehmender Sicherheit können Sie sich mehr auf sanfte Eingaben konzentrieren und müssen sich weniger mit aller Kraft festklammern.
Motorradmechaniker, Schriftsteller. Interessiere mich schon seit Jahren für Motorradausrüstung. Bleiben Sie gerne über die neuesten Produkte und Techniken des Motorrads auf dem Laufenden.